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Automobilfotograf Deutschland – Beste professionelle Werbefotografie

Ein Auto vor der Kamera ist vor allem eins: eine sehr große, sehr unregelmäßige spiegelnde Fläche. Ein professioneller Automobilfotograf verbringt oft mehr Zeit mit Licht und Reflexionskontrolle als mit dem eigentlichen Auslösen. Diese Übersicht erklärt, was Werbefotografie für die Automobilbranche technisch verlangt. Und sie stellt zwei Fotografen vor, die dieses Genre in Deutschland über Jahrzehnte geprägt haben. Beide zählen zu den besten Automobilfotografen Deutschlands ihrer jeweiligen Generation.

Was professionelle Automobil- und Werbefotografie technisch verlangt

Lack, Chrom und Glas reflektieren jede Lichtquelle im Raum – inklusive der Kamera und des Fotografen selbst. Ein professioneller Automobilfotograf arbeitet deshalb mit riesigen, indirekten Lichtflächen (Softboxen, Lichtzelten). Die Kamerawinkel sind dabei so berechnet, dass unerwünschte Spiegelungen einfach nicht ins Bild fallen. Kleinste Verschiebungen der Lichtquelle verändern das gesamte Erscheinungsbild des fertigen Bildes.

Viele Automobil-Kampagnenbilder entstehen heute zudem als CGI-Komposit: Das Fahrzeug wird real fotografiert, der Hintergrund oder sogar der Lack digital ergänzt oder verändert. Ein professioneller Automobilfotograf arbeitet in solchen Fällen eng mit CGI- und Postproduktionsteams zusammen, damit reale Aufnahme und digitale Ergänzung nahtlos zusammenpassen. Diese enge Zusammenarbeit prägt inzwischen einen Großteil der modernen Werbefotografie in diesem Genre.

Auftraggeber für Automobilfotografie reichen von Herstellern und Zulieferern über Autohäuser bis zu Oldtimer-Sammlern, die ein einzelnes Fahrzeug dokumentieren lassen möchten. Die deutsche Automobilfotografie hat dabei eine lange eigene Geschichte. Schon seit den 1930er-Jahren dokumentieren Fotografen den engen Zusammenhang zwischen Menschen und ihren Autos, lange bevor CGI und digitale Nachbearbeitung das Genre veränderten.

Viele Produktionen setzen zusätzlich auf ferngesteuerte Kamerasysteme und Bewegtbild-Rigs, um ein Fahrzeug aus gleichbleibender Perspektive in mehreren Lichtsituationen abzulichten. Ein Motiv wird dabei oft dutzende Male fotografiert, bevor eine einzige Aufnahme freigegeben wird. Tethered Shooting, also die direkte Übertragung jedes Bildes auf einen Kontrollmonitor, gehört inzwischen zum Standard. So lassen sich Reflexionen und Lackfehler schon am Set erkennen, statt sie erst in der Nachbearbeitung zu bemerken.

Auch Drohnenaufnahmen spielen eine wachsende Rolle, etwa für Kampagnen, die ein Fahrzeug in freier Landschaft zeigen. Solche Aufnahmen ergänzen klassische Studiobilder oft um eine dynamischere, freiere Bildsprache. Reifen und Felgen bekommen dabei oft ein eigenes, zusätzliches Licht, weil sie sonst im Bild zu dunkel und detailarm wirken.

Zwei der besten Automobilfotografen Deutschlands im Überblick

Kai-Uwe Gundlach

Hamburg

Kai-Uwe Gundlach ist Mitglied bei BFF, AOP und ADC und einer der bekanntesten Automobilfotografen Deutschlands. Er fotografierte unter anderem für Mercedes-Benz, BMW, Audi und HP und arbeitet dabei mit einem eigenen Produktions- und CGI-Team.

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Dietmar Henneka

Stuttgart, 1941–2025

Dietmar Henneka prägte über fünf Jahrzehnte die Automobil- und Werbefotografie in Deutschland und fotografierte für Daimler, Porsche, Boss und Kodak. Er galt als einer der bedeutendsten deutschen Werbefotografen seiner Generation.

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Beide Karrieren zeigen die Kontinuität des Genres. Henneka prägte über fünf Jahrzehnte die analoge Ära der deutschen Automobilwerbung für Marken wie Daimler und Porsche. Gundlach führt die Disziplin heute mit CGI-gestützter Postproduktion fort. Henneka verstarb im Juni 2025 im Alter von 83 Jahren in Allensbach am Bodensee. Beide gehören zu den prägendsten Automobilfotografen Deutschlands ihrer jeweiligen Ära.

„Ein Auto vor der Kamera ist vor allem eins: eine sehr große, sehr unregelmäßige spiegelnde Fläche."

Einen Automobilfotografen buchen: worauf es ankommt

Automobilfotografie verlangt neben der Kamera-Ausrüstung meist auch Zugang zu einem Studio mit ausreichend Deckenhöhe und Fläche für große Lichtaufbauten. Alternativ genügt eine geeignete Location mit kontrollierbarem Umgebungslicht. Wer ein Fahrzeug fotografieren lassen möchte, klärt vorab, ob das Shooting im Studio, on Location oder als reine CGI-Produktion geplant ist.

Wichtig ist außerdem die Abstimmung mit dem Hersteller oder der Marke zu Lack- und Markenrechten, besonders bei Kampagnenbildern, die später großflächig eingesetzt werden. Ein erfahrener Automobilfotograf kennt diese Abläufe und plant sie von Anfang an mit ein.

Für private Auftraggeber, etwa Oldtimer-Besitzer, reicht oft ein deutlich kleinerer Rahmen: eine Outdoor-Location mit gutem natürlichem Licht und ein bis zwei Stunden Zeit. Entscheidend ist auch hier, dass die Location zum Fahrzeug passt. Ein Sportwagen wirkt vor einer urbanen Kulisse anders als vor offener Landschaft – diese Entscheidung sollte vor dem Shooting fallen, nicht währenddessen.

Auch die Ausrüstung des Fotografen beeinflusst den Preis spürbar. Ein Studio mit Zyklorama, mehreren Blitzanlagen und einer Kamera mit hoher Auflösung kostet in der Vorhaltung deutlich mehr. Eine mobile Ausrüstung für Location-Shootings liegt dagegen niedriger. Diese Kosten fließen in der Regel in das Honorar ein.

Wer ein besonders glänzendes oder dunkles Fahrzeug fotografieren lässt, sollte außerdem einplanen, dass Lack in bestimmten Farben schwieriger auszuleuchten ist als andere. Das kann sich auf die Dauer des Shootings auswirken. Wer die Fahrzeugfarbe im Vorfeld kennt, kann das Set entsprechend vorbereiten und unnötige Wartezeiten am Drehtag vermeiden.

Häufige Fragen

Was kostet professionelle Automobilfotografie?

Einzelne Fahrzeugaufnahmen beginnen oft bei einigen hundert Euro. Größere Kampagnenproduktionen mit Studio, Team und CGI-Nachbearbeitung liegen deutlich höher. Der genaue Preis hängt vom Umfang der Postproduktion, der Anzahl der Bildvarianten und davon ab, ob ein CGI-Team eingebunden wird. Auch die gebuchte Studiozeit spielt eine Rolle.

Warum wird bei Autofotos oft CGI eingesetzt?

CGI erlaubt es, Hintergrund, Licht oder sogar die Lackierung nachträglich anzupassen. So muss kein zweites reales Shooting stattfinden, wenn sich Details ändern. Besonders bei internationalen Kampagnen mit vielen Bildvarianten und Farboptionen spart das erheblich Zeit und Budget. Das Fahrzeug selbst wird dabei meist real fotografiert, nur die Umgebung entsteht digital.

Braucht Automobilfotografie ein spezielles Studio?

Ja, in der Regel ein sogenanntes Autostudio mit sehr großen, oft kurvenförmigen Lichtflächen (Zykloramen), die kontrollierte Reflexionen auf Lack und Glas ermöglichen. Viele kleinere Fotostudios bieten das nicht an, weshalb spezialisierte Automobilfotografen oft eigene oder fest gebuchte Studioräume nutzen. Diese Studios liegen häufig in größeren Städten oder direkt bei Herstellern und Zulieferern.

Wie lange dauert ein Automobil-Shooting?

Ein einfaches Location-Shooting ist oft in ein bis zwei Stunden erledigt. Aufwendige Studioproduktionen mit mehreren Lichtaufbauten und CGI-Vorbereitung können dagegen mehrere Tage in Anspruch nehmen, je nach Anzahl der geplanten Ansichten. Die genaue Dauer hängt außerdem davon ab, wie viele Ansichten und Detailaufnahmen ein Auftraggeber am Ende benötigt.

Wer beauftragt typischerweise einen Automobilfotografen?

Zu den Auftraggebern zählen Fahrzeughersteller, Zulieferer und Autohäuser ebenso wie private Oldtimer-Besitzer. Hersteller benötigen meist große Kampagnenserien mit vielen Farbvarianten und CGI-Nachbearbeitung. Autohäuser fragen dagegen oft einzelne Aufnahmen für den Verkauf einzelner Fahrzeuge an. Private Sammler lassen häufig nur ein einzelnes Fahrzeug in Ruhe dokumentieren, meist ohne Studio.

Was unterscheidet ein Location-Shooting von einer Studioproduktion?

Ein Location-Shooting nutzt vorhandenes Tageslicht und eine passende Umgebung, etwa eine urbane Straße oder offene Landschaft. Das reduziert Aufwand und Kosten gegenüber einer Studioproduktion. Ein Studio-Shooting arbeitet dagegen mit vollständig kontrolliertem Kunstlicht in einem Autostudio mit Zyklorama. Das ermöglicht gleichbleibende Ergebnisse unabhängig von Wetter und Tageszeit, verlangt aber mehr technischen Aufwand.

Wer unsicher ist, sieht sich am besten das bisherige Portfolio des Fotografen mit vergleichbaren Fahrzeugtypen an, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.

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