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Die besten Modefotografen Deutschlands für Editorial und Fashion

Modefotografie verkauft selten nur ein Kleidungsstück. Sie verkauft eine Haltung, eine Stimmung, eine Version des Selbst, die ein Magazin oder eine Marke transportieren will. Diese Übersicht erklärt, was Editorial- und Fashion-Fotografie von anderen Genres unterscheidet. Sie stellt zwei Fotografen vor, die diese Bildsprache aus Deutschland heraus mitgeprägt haben. Beide zählen zu den bekanntesten Modefotografen Deutschlands ihrer jeweiligen Ära.

Was Editorial- und Fashion-Modefotografie von anderen Genres unterscheidet

Ein Modefotograf arbeitet selten allein: Stylistinnen, Maskenbildner, Set-Designerinnen und Artdirection formen gemeinsam ein Bild. Dessen Aufgabe ist es, eine komplette Kollektion oder ein Markenimage zu transportieren, nicht nur ein einzelnes Kleidungsstück korrekt abzulichten. Das verlangt visuelles Gespür für Komposition, Bewegung und Licht weit über reine technische Perfektion hinaus.

Editorial-Fotografie – also Modestrecken für Magazine – genießt dabei traditionell mehr künstlerische Freiheit als reine Kampagnenfotografie für Marken. Editorials dürfen experimentieller, surrealer oder emotionaler sein, während Kampagnenbilder meist enger an Markenvorgaben und Produktdarstellung gebunden sind. Für viele Fotografinnen und Fotografen sind Editorials deshalb auch ein kreatives Aushängeschild, das neue Auftraggeber auf sie aufmerksam macht. Genau das macht die besten Modefotografen Deutschlands so gefragt für internationale Editorial-Produktionen.

Modefotografie hat außerdem eine besonders enge Beziehung zu Bewegung. Stoff, Haare und Pose wirken selten statisch, sondern werden bewusst im Moment einer Bewegung eingefangen. Das verlangt schnelle Serienbilder und ein gutes Gespür dafür, welcher Sekundenbruchteil einer Bewegung ein Kleidungsstück am überzeugendsten zeigt.

Auch die Zusammenarbeit mit Stylistinnen und Maskenbildnern prägt das fertige Bild entscheidend mit. Ein Modefotograf stimmt Kameraperspektive und Licht oft gezielt auf das gewählte Outfit ab, damit Schnitt und Stoff optimal zur Geltung kommen. Bei Editorials mit mehreren Looks wechseln sich zudem Kostüm, Frisur und Make-up in kurzen Abständen ab, was ein straffes Zeitmanagement am Set verlangt.

Digitale Vorschauen am Set erlauben es dem gesamten Team, Kleidung und Pose noch während des Shootings anzupassen. Manche Produktionen setzen zusätzlich auf Video-Loops parallel zum Standbild, um dieselbe Bewegung mehrfach verwerten zu können. Solche Loops eignen sich gut für Kampagnen, die zusätzlich auf Social-Media-Kanälen ausgespielt werden.

Zwei der besten Modefotografen Deutschlands im Überblick

Peter Lindbergh

Düsseldorf / Paris, 1944–2019

Peter Lindbergh prägte mit seiner melancholischen Schwarz-Weiß-Bildsprache die internationale Modefotografie der 1990er- und 2000er-Jahre. Sein Foto von fünf Supermodels auf dem Titel der britischen Vogue (Januar 1990) gilt als eines der einflussreichsten Modebilder überhaupt.

Quelle: Wikipedia ↗

Elizaveta Porodina

München

Elizaveta Porodina studierte Fotografie an der Hochschule München und arbeitet seit 2010 international für Vogue Italia, Harper's Bazaar Russia und GQ Germany. 2015 wurde sie mit dem International Photography Award als Fashion Photographer of the Year ausgezeichnet.

Offizielle Website ↗

Beide Karrieren zeigen unterschiedliche Zeiten desselben Genres. Lindbergh prägte mit reduzierter Schwarz-Weiß-Ästhetik die analoge Modefotografie und wird international als einer der einflussreichsten Modefotografen überhaupt gehandelt. Porodina steht für einen surrealeren, farbintensiveren Zugang in der aktuellen internationalen Fashion-Szene. Sie wurde mehrfach in Museen wie dem MoMA New York und dem Victoria & Albert Museum London gezeigt. Beide gehören zu den einflussreichsten Modefotografen Deutschlands und der internationalen Fashion-Szene.

„Modefotografie verkauft selten nur ein Kleidungsstück – sie verkauft eine Haltung, eine Stimmung."

Einen Modefotografen buchen: worauf es ankommt

Vor der Buchung eines Modefotografen lohnt sich ein Blick darauf, ob das bisherige Portfolio zum geplanten Anlass passt. Editorial-Stärke zeigt sich schließlich anders als E-Commerce-taugliche Katalogfotografie. Wer eine ganze Kollektion ablichten lässt, klärt außerdem früh, ob Team (Styling, Make-up) selbst gestellt wird oder Teil des Auftrags ist.

Auch die Nutzungsrechte verdienen besondere Aufmerksamkeit. Modebilder werden häufig über verschiedene Kanäle mehrfach verwendet – Print, Social Media, Kampagnen-Websites. Die entsprechenden Rechte sollten deshalb vor dem Shooting klar vereinbart sein.

Für kleinere Marken und junge Labels lohnt sich außerdem der Blick auf Fotografinnen und Fotografen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Sie arbeiten oft zu deutlich geringeren Honoraren, bringen aber häufig frische, unverbrauchte Bildideen mit, die sich von etablierter Kampagnenfotografie bewusst abheben.

Auch das gewählte Bildformat beeinflusst die Planung. Vertikale Editorial-Bilder für Magazine unterscheiden sich deutlich von quadratischen Formaten für Social Media oder breiten Bannern für Kampagnen-Websites. Wer mehrere Formate aus demselben Shooting benötigt, klärt das idealerweise vorab mit dem Fotografen. So werden Komposition und Freiraum im Bild von Anfang an mitgeplant.

So lassen sich spätere Zuschnitte vermeiden, die Details eines Outfits sonst abschneiden könnten. Auch die Reihenfolge der Looks am Set wird meist vorab festgelegt, um Umstyling-Zeiten zu minimieren. Ein guter Zeitplan hilft allen Beteiligten, konzentriert zu arbeiten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Editorial- und Kampagnenfotografie?

Editorials entstehen meist für Magazine und genießen mehr künstlerische Freiheit. Kampagnenfotografie ist enger an Markenvorgaben gebunden und dient direkt dem Verkauf einer bestimmten Kollektion oder eines einzelnen Produkts. Editorials dürfen deshalb experimenteller und emotionaler wirken, während Kampagnenbilder meist eine klare Produktbotschaft transportieren müssen. Für viele Modefotografen sind Editorials zugleich ein kreatives Aushängeschild.

Was kostet professionelle Modefotografie?

Die Preise variieren stark. Ein einfaches Lookbook-Shooting beginnt oft bei einigen hundert Euro pro Look. Große Editorial- oder Kampagnenproduktionen mit vollem Team aus Styling, Make-up und Set-Design liegen dagegen deutlich höher. Der genaue Preis hängt zudem davon ab, wie viele Bilder am Ende produziert und retuschiert werden.

Braucht ein Modeshooting immer ein Studio?

Nein. Viele Editorials entstehen bewusst an Außenlocations oder in echten Räumen, um eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen, die im Studio nur schwer nachzustellen wäre. Licht, Architektur und Umgebung werden dabei bewusst Teil der Bildsprache. Die Entscheidung hängt meist vom gewünschten Look und vom Budget für Location-Miete ab.

Wie lange dauert ein typisches Modeshooting?

Ein Look ist im Studio oft in 20 bis 40 Minuten fotografiert. Ein komplettes Editorial mit mehreren Looks, Location-Wechseln und Umstyling füllt dagegen meist einen ganzen Produktionstag, manchmal auch zwei. Wie viele Looks an einem Tag entstehen, hängt stark vom Team und der Komplexität der Outfits ab.

Wie wichtig ist Bewegung in der Modefotografie?

Bewegung spielt in der Modefotografie eine zentrale Rolle, weil Stoff, Haare und Pose selten statisch wirken sollen. Fotografen setzen deshalb häufig schnelle Serienbilder ein, um den überzeugendsten Moment einer Bewegung einzufangen. Ein Kleid, das im Sprung oder im Wind fotografiert wird, zeigt Textur und Fall des Stoffs oft eindrucksvoller als ein statisches Bild.

Welche Rolle spielt Styling bei einem Modeshooting?

Styling entscheidet oft mit darüber, ob ein Bild als starkes Editorial oder als reine Katalogaufnahme wirkt. Stylistinnen wählen nicht nur Kleidung, sondern auch Accessoires, Farbkombinationen und die gesamte Bildaussage. Maskenbildner ergänzen dieses Bild mit Haar und Make-up passend zum jeweiligen Konzept. Ein Modefotograf arbeitet deshalb eng mit diesem Team zusammen, statt allein am Set zu entscheiden.

Wer unsicher ist, welcher Stil zur eigenen Marke passt, sieht sich am besten mehrere vollständige Editorials statt einzelner Bilder an. Der Stil eines Modefotografen zeigt sich oft erst über eine ganze Serie hinweg, nicht an einem einzelnen Foto.

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